Willich (Aus RP, 15.06.2005):
Erst 17 oder 18 Jahre jung und schon wird das erste selbstgeschriebene Stück in einem Stadttheater aufgeführt: Die Stars der Dichternacht im Krefelder Stadttheater waren vor etwa 600 Besuchern Schülerinnen des Deutsch-Kunst-Profilkurses der Robert-Schuman-Gesamtschule Willich. In ihrer Projekiwoche schrieben die fünf jungen Frauen im Alter zwischen 17 und 18 Jahren zwei Minidramen, in denen sie die Ballade "Der Handschuh" von Friedrich Schiller in ganz neue, hintergründige und freche Szenen übertrugen. Sowohl "Höllischer Himmel" von Karoline Cremer, Nicole Barczewski, Ikram Andrich und Lisa Bruder als auch "Autos, Rennen und enttäuschte Liebe" von Yi Hu errangen damit den ersten Platz des Schiller-Wettbewerb des Stadttheaters. Als Preis gab es für jede eine Rose und zwei Theatereintrittskarten.
"Die Schülerinnen waren ganz gespannt auf die Preisverleihung und darauf, wie ihre eigenen Stücke letztendlich auf der Bühne umgesetzt werden", erzählt Kunstlehrerin Angelika Schulz. "Unsere Leiche hatte rote Haare und war viel jünger als unser Held geplant war", merkten sie kritisch an. Dafür waren sie von der Idee begeistert, die Autos in ihrem Stück wegen der kleinen Bühne pantomimisch darzustellen.
Seit Februar arbeiteten die Schülerinnen an den beiden Dramen, die den ersten Platz errangen. "Die Umsetzung war schwer. Wir mussten ja ein gesamtes Drehbuch mit Charakterbeschreibung und Bühnenbild einreichen", sagt die 17-jährige Lisa Bruder. "Wir haben absolut nicht damit gerechnet, dass wir den ersten Platz machen. Als Frau Schulz mit einem Grinsen in die Klasse kam, dachten wir, dass wir vielleicht den dritten Platz erreicht haben, aber den ersten!", erzählt Irkam Andrich.
Doch Drehbuchautorinnen wollen die Schülerinnen des elften Jahrgangs nun noch lange nicht werden: "Wenn wir Zeit haben, setzen wir uns vielleicht mal wieder zusammen. Aber wir hängen das nicht so hoch", sagt Lisa Bruder. |